Thematischer
Abschlussbericht
zur Beendigung des virtuellen, selbstgesteuerten Lernprojektes:
"Wandel der
Geschlechterrollen in den letzten 50 Jahren
in Ost- und Westdeutschland"
Elke Joksch
| Der Ablauf der Gruppenarbeit ist an anderer Stelle ausführlich dargestellt und unter dem Navigationspunkt "Zur Arbeitsgruppe" zu finden. |
Hintergrund:
Von August 2000 bis April 2002 arbeiteten 5, später 4 Frauen an der Erarbeitung des Themas: "Wandel der Geschlechterrollen in den letzten 50 Jahren in Ost- und Westdeutschland."
Das Projekt wurde in zwei Arbeitsphasen eingeteilt:
Erste Arbeitsphase von August 200 bis Juli 2001
Unterthema:
Lebenslagen und Lebensentwürfe von Frauen und Männern aus verschiedenen Blickwinkeln.
Arbeitsmaterial:
Ausgewählte Dokumentarliteratur der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts aus Ost- und Westdeutschland.
Ausstellung "Ungleiche Schwestern" im Haus der Geschichte: " Tagungsband des Symposions mit Vorträgen zur Thematik der Ausstellung."
Ein Seminar mit Vorträgen zum Themenbereich "Leben in Ost- und Westdeutschland" wurde besucht.
Das Arbeitsergebnis aus der 1. Arbeitsphase wurde ausführlich am Ende der ersten Arbeitsphase, im Juli 2001, dargestellt.
Es ist unter dem Navigationspunkt "Vergleiche - Ost - West - Arbeitsergebnis 1. Arbeitsphase" finden.
Zweite Arbeitsphase von August 2001 bis April 2002
Unterthema:
Wie stellen sich die Geschlechterrollen in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts dar.
Arbeitsmaterial:
Dokumentarliteratur der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Zwei repräsentative Geschlechterrollenstudien aus den Jahren 1997 und 1998
Veröffentlichungen in der Presse und im Internet zum Thema Geschlechterrollen.
Die zentrale Frage unseres Themas lautete, haben sich Geschlechterrollen in den letzten 50 Jahren gewandelt?
Im folgenden Teil geben wir, ohne allzu sehr in die Einzelheiten zu gehen, einen Überblick über die von uns, aus unseren Arbeitsmaterialien, gesammelten Erkenntnisse.
Wir sind uns bewusst, dass wir das Thema Geschlechterrollen in der uns zur Verfügung stehenden Zeit und mit der relativ geringen Teilnehmerinnenzahl keinesfalls erschöpfend behandeln konnten.
Spätestens in den 90er Jahren wurde das Thema Geschlechterrollen in den öffentlichen Blickpunkt gerückt. Wissenschaftliche Institutionen begannen sich verstärkt mit der Untersuchung von Geschlechterrollen zu befassen. Viele Fragen sind noch offen und bedürfen weiterer, vertiefender Forschungsarbeit.
Gültige Antworten in Bezug auf die Lösung der Geschlechterrollenfrage sind derzeit noch nicht zu erwarten.
Denkansätze, mögliche Perspektiven, haben wir beim Studium der Studie "Männer im Aufbruch" und dem Folgeband "MännerLeben im Wandel" ( beide erschienen im Schwabenverlag AG Stuttgart) gefunden und werden sie am Ende unseres Berichtes in Zitaten wiedergeben.
Wir hoffen, mit der Darstellung der Arbeitsergebnisse in unserer Webseite interessierte Menschen zu weiterem Nachdenken, zum Fragen und Forschen anzuregen.
Eine wichtige Frage die sich im Zusammenhang mit dem Wandel der Geschlechterrollen stellt, ist die Frage nach den Bedürfnissen der Kinder. Ein Karriereverzicht zugunsten der Kinder wird von Männern und Frauen überwiegend abgelehnt. Damit wird die heutige Familie in ihrer traditionellen Form in Frage gestellt. Es ergeben sich neue Probleme und Herausforderungen. Es erscheint uns wichtig, im Zusammenhang mit unserem Thema, auch auf diesen Aspekt des Geschlechterrollenwandels hinzuweisen.
Die traditionellen Geschlechterrollen
Die männliche Rolle
Geprägt von 200 Jahren Industriepatriarchat, kulturellen und gesellschaftlichen Normen ist die traditionelle Rolle des Mannes die des Berufsmannes, des Ernährers der Familie. Erwerbsarbeit ist ein wichtiger Lebensbereich und zentrales Merkmal der traditionellen männlichen Geschlechterrolle.
Tiefsitzende kulturelle Eigenschaftssets werden dem Mann zugeordnet: rational gestaltete Stärke, leistungsbewusst, dominierend, wenig Gefühle zeigend, willensstark, um nur einige zu nennen.
Die Familie dient als Hintergrundsicherung für das Männerleben, den Gang der Dinge, auch das Frauenleben, bestimmt der Mann.
Die weibliche Rolle
Von den gleichen kulturellen und gesellschaftlichen Normen die die Männerrolle geprägt haben, wird auch die traditionelle Frauenrolle bestimmt.
Familienwelt ist Frauenwelt. Die Familie ist die matriarchalische Oase inmitten einer patriarchalischen Gesellschaft. (Studie "Männer im Aufbruch")
Die Frau, als Hausfrau und Mutter, ist die Familiengestalterin. Sie ist zuständig für die Beziehungsarbeit : für Problemlösungen, für Streitausgleich, für den Abbau von Spannungen.
Der Frau werden kulturell gewachsene Eigenschaftssets zugeordnet wie z.B. gefühlvoll, mitfühlend, gepflegt, erotisch, gesellig.
Erste Aufbrüche
In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges und vor allem in der Nachkriegszeit, waren Frauen gezwungen, das kriegsbedingte Hineinwachsen in Männerberufe fortzuführen. Der Lebensunterhalt der Familie musste vielfach von den Frauen gesichert werden. Schwere, auch körperlich harte Aufbauarbeit musste von den Frauen geleistet werden. Frauen erkannten dadurch ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten.
So wurden die ersten Nachkriegsjahre zu einer Aufbruchsphase, die hoffen ließ. Mit zunehmender Normalisierung aber kehrten, besonders in Westdeutschland, viele Frauen zur traditionellen Hausfrauen- und Mutterrolle zurück. Trotzdem ließ sich das Rad nicht ganz zurückdrehen.
Die
Geschlechterrollensituation in beiden deutschen Staaten
nach ihrer Gründung
Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten wurden erstmals Unterschiede in der Neubewertung der gesellschaftlichen Rolle der Frau sichtbar.
Die ideologischen und politischen Voraussetzungen waren in beiden deutschen Staaten grundlegend verschieden. (Siehe Navigationspunkt Hintergrundwissen - Politisches Hintergrundwissen)
Geschlechterrollen in der DDR
"Zu den Idealen des Sozialismus und damit auch zur Staatsdoktrin der DDR gehörte, die auch gesetzlich verankerte, Gleichberechtigung von Mann und Frau. Ein hoher Grad der Berufstätigkeit der Frauen war erklärtes Ziel der Politik". (Volkmar Gimpel)
DDR Frauen waren in der Regel gut ausgebildet und stolz darauf, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die berufstätige Ehefrau und Mutter war ein festgeschriebenes Eheleitbild.
Das alte Rollenverständnis war damit aber nicht überwunden. Frauen hatten zwar hinzugewonnen, hatten aber in der Regel auch die doppelte Last zu tragen. Der Begriff von der zweiten Schicht (Haushalt und Kinder nach Feierabend) etablierte sich, die traditionelle Rollenverteilung blieb erhalten. Männer übernahmen zwar notgedrungen einen Teil der Familienarbeit, aber eben nur der Not gehorchend, nicht weil sich ihr Rollenbild grundlegend geändert hatte.
Trotzdem entstand bei uns auf Grund der Dokumentarliteratur der Eindruck, dass von DDR - Männern der Gleichberechtigungsanspruch der Frau eher akzeptiert und unterstützt wurde als das in der Bundesrepublik der Fall war.
Geschlechterrollen in der Bundesrepublik
Den vier Müttern des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, besonders Elisabeth Selbert, ist es zu verdanken, dass gegen den erbitterten Widerstand aller etablierten Parteien , im Artikel 3 des Grundgesetzes die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgeschrieben wurde.
Die endgültige Anpassung des Bürgerlichen Gesetzbuches an das Grundgesetz fand allerdings erst 1976 statt, als das Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechtes, das die freie Aufgabenverteilung in der Familie festschrieb, in Kraft trat.
Allerdings wird auch hier noch vermieden, den Ehemann ausdrücklich zur Teilnahme an Erziehung und Haushaltsführung zu verpflichten. Das DDR - Familienrecht von 1966 verpflichtete den Ehemann ausdrücklich zur Teilnahme an Erziehung und Haushaltsführung.
In der Bundesrepublik galt und gilt zu einem beträchtlichen Anteil auch heute noch das Leitbild der Hausfrau und Mutter. Es war erklärtes Ziel der Politik, dieses Leitbild zu fördern und zu stützen. Frauen in der Bundesrepublik hatten bis in die 80er Jahre weniger Bildungschancen als DDR - Frauen. Erst mit zunehmender Bildung und Ausbildung der Frauen, unterstützt durch die Frauenbewegung, kamen Frauen in Bewegung, gaben sich nicht mehr mit der Rolle der Familienfrau zufrieden und begannen in die Arbeitswelt zu drängen.
Geschlechterrollensituation in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts
Das Studium zweier, für Gesamtdeutschland repräsentativer Studien, brachte die Erkenntnis, das sich die traditionellen Geschlechterrollen zu wandeln beginnen. Ausführliche Berichte dazu befinden sich unter dem Navigationspunkt: "Die 90er Jahre - Geschlechterrollenstudien".
"Gesellschaftlich anerkannt ist zwar noch immer der Mann mit dem dominanten Männlichkeitsmuster, der in besonderer Weise respektiert und gewürdigt wird, während andere unbeachtet oder gar unterdrückt werden" (Robert A. Connell in "MännerLeben im Wandel")
Aber immer mehr Männer , nach den Ergebnissen der Studie "Männer im Aufbruch" sind es immerhin 20% gegenüber den traditionell eingestellten Männern mit 19%, tendieren zu partnerschaftlicher Aufgabenteilung. Die traditionell männlichen Eigenschaften verlieren bei Männern mit neuer Geschlechterrolleneinstellung an Bedeutung. Sie gelten nicht mehr eindeutig als "typisch männlich". Dagegen gewinnen bisher "typisch weibliche" Eigenschaften auch für Männer immer mehr an Bedeutung.
Ein Teil der Männer, 37%, sind stark verunsichert, weil sich traditionelle Rollenbilder aufzulösen beginnen und neue nur undeutlich erkennbar sind.
Den Rest mit 24% bilden nach den Ergebnissen der o.a. Studie die "Rosinenpicker". Männer, die traditionelle Merkmale mit neuen verbinden, soweit sie sich für sie nützlich erweisen. Sie sind an Haus- und Familienarbeit nicht sonderlich interessiert, halten wenig von der Berufstätigkeit der Frau, freuen sich aber, wenn die Frau zum Familieneinkommen beiträgt.
Ohne sich selber zu ändern, nutzen sie die Vorteile der Emanzipation. Es wird befürchtet, dass diesen "pragmatischen" Männern die Zukunft gehören wird.
In eine ähnliche "Typologie" wie die bei den Männern erwähnte, lassen sich auch Rollenbilder der Frauen einteilen. Das Alter spielt bei Männern und Frauen für ihre Geschlechterrolleneinstellung eine erhebliche Rolle. Die traditionelle Rolleneinstellung findet sich vorwiegend bei Männern und Frauen höheren Alters.
Aber auch bei sehr jungen Männern wurde festgestellt, dass sie eher zur traditionellen Rolleneinstellung neigen. Aus den skandinavischen Ländern, die im Hinblick auf Gleichwertigkeit der Geschlechter eine Vorbildfunktion einnahmen, wird bekannt, dass das Pendel zum traditionellen Rollenbild zurückschlägt. (So die Daten der Europäischen Wertestudie zur Entwicklung des Frauenbildes zwischen 1982 und 1991: Zulehner und Denz:"Wie Europa lebt und glaubt." Düsseldorf 1993, 78-88)
Partnerschaftlich eingestellte Männer finden sich etwa in der Altersgruppe der 30 bis 40 jährigen Männer. Sie sind in der Familie mehr anwesend, sie weiten ihre Tätigkeiten, zumindest ansatzweise in die weiblichen Haushalts- und Familienaufgaben aus. Sie picken sich allerdings die Rosinen aus den Familienaufgaben heraus und bevorzugen im Haushalt oder mit den Kindern eher die "sauberen" Aktivitäten.
Andererseits fühlen sie sich auch nicht mehr als allein zuständig für den finanziellen Familienunterhalt. Hierbei entsteht allerdings ein Ungleichgewicht; sie weiten ihre Tätigkeit für Haushalt und Familie nicht in gleichem Maße aus, wie sie sich von der Rolle des Alleinernährers zurückziehen.
So fällt Frauen zusätzlich zu ihrer Zuständigkeit für die Familienarchitektur die Rolle der Miternährerin der Familie zu: eine nicht gerade frauenfreundliche Entwicklung.
Insgesamt wird aber aus den Erhebungen der beiden von uns bearbeiteten Studien deutlich, dass ein Teil der Männer bereits "aufgebrochen" ist und neue Lebensräume für sich erschließt. Die Bereitschaft vieler Männer, mehr familiäre Aufgaben zu übernehmen scheitert allerdings häufig an ökonomischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten. Der besser verdienende Mann sichert immer noch überwiegend den Familieunterhalt, die weniger verdienende Frau bleibt zu Hause.
Dem Erziehungsurlaub nehmenden oder teilzeitbeschäftigten Mann, der bereit ist, alle Aufgaben partnerschaftlich zu teilen, fehlt bisher noch immer die gesellschaftliche Anerkennung.
Alle vorgenannten Entwicklungen, so erfreulich sie auch teilweise sind, müssen aber als Entwicklungen an der Oberfläche betrachtet werden. Veränderungen kultureller und gesellschaftlicher Oberflächenarrangements sind erforderlich, aber sie sind nur ein Teil der Lösung der Geschlechterrollenfrage.
Selbst wenn eine Balance zwischen Erwerbs- und Familienarbeit für Frauen und Männer gefunden ist, bleiben die tieferen Fragen immer noch offen.
In den Befragungsergebnissen der Studie "Männer im Aufbruch" fällt auf, dass die Veränderung von Männern um so geringfügiger ausfällt, je mehr es in den Kernbereich, die Innenwelten, des Mannes geht. Um eine ernsthafte Entwicklung von Geschlechterrollen zu vollziehen ist Tiefenarbeit von Männern und Frauen erforderlich.
Tiefenarbeit
Die zentrale Frage lautet immer noch: was macht denn eigentlich einen Mann aus, was eine Frau? Wo liegen die Unterschiede, welcher Unterschied ist entscheidend?
Die Zuflucht zu einfachen biologischen Fakten bringt keine Lösung. Neuartige Gespräche zwischen wissenschaftlichen Disziplinen wie z.B. der Biologie, der Soziologie, der Theologie, der Anthropologie sind erforderlich.
"Eine Balance ist zu finden zwischen dem Vorfindbaren und Formbaren. Und diese Balance ist nicht nur geschlechterpolitisch zu erreichen, sondern braucht einen Raum tänzerischer Freiheit und mutigen Experiments. Vielleicht wird dann eine Lösung sich herausbilden, die weder "traditionell" noch "modern" ist, sondern durch welche in Männern und Frauen eine neue Tiefe heranreift." (Studie "Männer im Aufbruch" S. 27)
Frauen und Männer sind einander fremd, befremdlich. Sie müssen jeweils etwas von der Anwesenheit des anderen Geschlechts in sich aufnehmen um in ein spannungsgeladenes Miteinander treten zu können. Die Frau muss einen "animus" in sich entdecken, der Mann eine "anima"
"Das bedeutet nicht, dass ein Mann weiblich, eine Frau männlich zu werden hat, das würde beide zerstören. Das Ziel ist es, anders zu sein und doch ein Verhältnis haben zu können, weil das Fremde in einem selbst wohnt. Was das alles für geschlechtlich orientierte Männer und Frauen bedeuten könnte, ist eine der gewaltigen Herausforderungen heutiger Diskussion" (Studie "Männer im Aufbruch" S. 28)
Mögliche Perspektiven
Anders zu sein, und doch ein Verhältnis haben zu können, spricht die Verschiedenheit der Geschlechter an.
Kardinal Lehmann schreibt dazu in seinem Kommentar zu den Ergebnissen der Studie "Männer im Aufbruch" :
"Erst wenn unzweideutig die Gleichwertigkeit und Ebenbürtigkeit von Mann und Frau mit allen rechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen durchgesetzt und glaubwürdig verwirklicht ist, hat die Frage nach einer Verschiedenheit, die nicht nur geschichtlicher und sozialer Herkunft ist, einen Sinn.... Die Ebenbürtigkeit von Mann und Frau ist das Fundament der Gemeinsamkeit, das die Verschiedenheit der Geschlechter nicht ausschließt. Die Verschiedenheit darf aber nicht in eine Isolation führen oder in eine neue Dominanz des einen über den anderen."
Wir beenden unseren Abschlussbericht mit 4 Zitaten von Kardinal Lehmann, aus seinem Kommentar zu den Ergebnissen der Studie "Männer im Aufbruch", die unserer Meinung nach richtungweisend für neue Denkansätze in der Geschlechterrollenfrage sind:
"Männer und Frauen müssen ihre sozialen Erwartungen und Einstellungen miteinander überprüfen und eventuell ändern. In einer Gemeinschaft von Mann und Frau muss die Verteilung der Lasten und Aufgaben immer wieder neu ausgehandelt werden. Auch Vater- und Muttersein darf sich nicht auf die naturale Anlage beschränken, sondern muss in einem Lernprozess angenommen werden, der sich in den verschiedenen Lebensaltern auch abwandelt. ...
Dieses Aushandeln bezieht sich auch ganz wesentlich auf die Partnerschaft von Männern und Frauen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Einsatzbereitschaft zum Zeugnis in Kirche und Gesellschaft und zum Engagement in sozialen Diensten.....
....Männer müssen dazu gebracht werden, dass sie zu diesem Aushandeln und zu diesem Lernprozess fähig werden und sich nicht auf eine schlechthin vorgegebene Rolle zurückziehen oder der Frau eine solche überstülpen wollen....
.... Eine wirkliche Besserstellung der Frau kann auf die Dauer nicht gelingen, ohne dass die Gemeinsamkeit, die Differenz und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern neu wahrgenommen werden.
Wenn die Frau in allem wie ein Mann behandelt werden soll und am Ende doch den Löwenanteil für die Familie übernehmen soll, kommt sie in noch größere Überbelastung als früher und muss in vielen Fällen die Zeche bezahlen. Auch der Mann seinerseits muss fragen, welche Motive in ihm verborgen sind, damit es zu einer Unterbewertung der Frau und zu einer Abwehr des Weiblichen kommen konnte....."
(Die Zitate von Kardinal Lehmmann stammen aus seinem Kommentar zur Studie "Männer im Aufbruch" mit dem Titel: "Die Ergebnisse der Studie aus anthropologisch - theologischer Sicht" enthalten in "MännerLeben im Wandel - Würdigung und praktische Umsetzung einer Studie." Schwabenverlag AG, Stuttgart. 2000)